Koffeinentzug

Idee

2 bis 4 Wochen Koffein reduzieren bzw. vorrangig Kaffee komplett weglassen. Keine Kaffee, Tee, Cola.

Hintergrund

Die Abhängigkeit vom Koffein brechen: Mit einer Halbwertzeit von 5,7 Stunden hat man von einer Tasse Kaffee die um 12 Uhr Mittags getrunken wurde, am Abend um 18 Uhr noch die Hälfte des Koffein im Blut. Koffein erhöht dauerhaft den Stresspegel, überdeckt echte Müdigkeit und sorgt für Schlafstörungen. Wenn man dann am nächsten Morgen total groggy aufwacht und erstmal einen Kaffee braucht um wach zu werden wieder holt sich dieser Teufelskreis. Diverse weitere (Hinter-)Gründe für Kaffee-/Koffeinentzug finden sich problemlos im Internet.

Motivation

Mein Erwartungen und Motive für diese Aufgabe:

  • Interesse: sieh selbst, führt es zu mehr (echter) Energie und Klarheit im Alltag
  • Spass an der Herausforderung: schaffe ich das?
  • mehr Wachheit in der Meditation
  • besseres Müdigkeitsgefühlt, besserer Schlaf und Schlafrythmus
  • kein „brain fog“ am Morgen
  • weniger Sodbrennnen, weniger Kopfschmerzen, weniger Reizbarkeit / mehr Ausgeglichenheit

Herausforderungen

Folgende Probleme erwarte ich, und überlege mir im Vorfeld wie ich damit umgehe:

  • Kopfschmerzen: Akzeptanz, viel Wasser trinken, Bewegung und frische Lift. Im äussersten Fall Tabletten
  • Lust auf Kaffee, Verlangen aufgrund Gewohnheitsauslösern: Ersatzhandlung? Motivation und Entschluss erneuern. Kollegen / Freunden vom Vorhaben erzählen und eine Hürde gegen das Aufgeben zu schaffen
  • Reizbarkeit: Auf Verständnis hoffen, Mitmenschen informieren. Entspannung suchen. Viel Wasser trinken

Erfahrungen

Nach vier Wochen ist diese Aufgabe in der ursprünglichen Form beendet, hier meine Erfahrungen:

  • In den ersten Tagen der ersten Woche hatte ich häufig leichtes Kopfweh. Teilweise war es immer da wenn man gespürt hat wie es einem geht, aber es war leicht es auszublenden, nur manchmal drängte es ins Bewusstsein.
  • Definitiv vorhanden war die Reizbarkeit für ein paar Tage, das war richtig ungewohnt und ich habe mich gar nicht gut gefühlt dabei, wie schnell mich etwas aufgeregt und genervt hat.
  • Die ersten ein bis zwei Wochen hatte ich das Gefühl man Schlaf sei leichter, aber das kann auch an anderen Dingen gelegen haben, die ich umgestellt habe.
  • Generell war v.a. die erste Woche ab dem frühen Abend eine konstante Müdigkeit da, und ich bin die ganzen vier Wochen früher ins Bett.
  • Einschlafen geht schnell und problemlos, schon nach ein paar Tagen.
  • Die Auswirkungen auf die Meditation kann ich nicht objektiv beurteilen, aufgrund diverser anderer Faktoren.
  • Meinen ersten Kaffee habe ich zelebriert: gute Bohnen kaufen, von Hand malen, in der Espressokanne zubereiten und die Milch aufschäumen. Es war ein Genuss, aber nicht so extrem gut wie ich erwartet habe. Fazit: Kaffeetrinken wird total überschätzt.
  • Ich habe nach ca. einer Woche eine Schwarztee zum Frühstück am Sonntag getrunken. Eine Woche später erneut. Ab da erlaubte ich mir ca. alle 2 bis 3 Tage einen Grüntee am Vormittag, und in der dritten und vierten Woche kamen auch gut verteilt der ein oder andere koffeinhaltige Softdrink (kein Energiedrink!) dazu. Kaffee gab es erst nach 4 Wochen!

Beurteilung

Hier meine abschliessenden Gedanken nach vier Wochen:

  • Ich habe sowohl positive, wie auch in der Anfangsphase negative Aspekte während des Entzugs erlebt. Ich habe mit bewiesen, dass ich es kann und ich glaube ich könnte, wenn ich es für wichtig empfinden würde, den Kaffee dauerhaft aus meinem Leben streichen.
  • Sehr positiv sind, ein ehrliches Müdigkeitsgefühl zu haben und die Freiheit vom Leistungstief das Eintritt wenn Koffein fehlt. Stattdessen kann man schnell einschlafen, und ein Glas Cola, ein Grüntee und besonders eine Tasse Kaffee gibt wieder einen Kick!
  • Ich finde es hat sich gelohnt und war auch keine schwere Zeit. Die erste Woche war etwas mühsam aber danach gibt es leicht. Vermutlich hatte ich keine so starke Abhängigkeit das schwere körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Die Erfahrung, morgens total klar im Kopf aufzuwachen und voller Energie zu sein habe ich nicht gemacht. Vielleicht war der Monat zu kurz, oder meine alle 2-3 Tage eine kleine Menge Tee aber der 3 Woche haben diesen Effekt verhindert. Macht nichts.
  • Es ist unsinnig das natürliche Cortisol hoch zwischen 8 und 9 mit Koffein zu pushen. Nachmittags oder gar Abends Koffein zu trinken ist schlecht für den Schlaf – auch wenn man leicht einschläft, so ist der Schlaf weniger erholsam mit Koffein im Kreislauf.
  • Koffein erhöht die Energie, macht Wacher und Leistungsfähiger. Es sollte ein halbe bis dreiviertel Stunde vor dem Einsatz getrunken werden. Es ist keine Wunderdroge, denn nicht vorhandene kognitive Fähigkeiten kann es nicht hervorbringen; Kreativität wird nicht unbedingt gefördert aber es kann helfen durch Routinetätigkeiten durch zu powern. Ebenso ist es ein guter Stimulant für sportliches Training.
  • Ich erkenne die positiven Aspekte von Koffein, und auch Kaffee, der nebst der Leistungssteigerung auch gesundheitliche Vorteile wie Schutz vor Typ 2 Diabetes, diversen Stoffwechselerkrankungen und vielleicht sogar Alzheimer bieten soll.
  • Genauso sehe ich die negativen Aspekte: die schnelle Gewöhnung, dauerhafte Erhöhung des Stresslevels, den Schlafraub und den Teufelskreis der damit zusammen hängt. Koffein ist die sanktionierte und zelebrierte Gesellschaftsdroge Nummer eins, der Treibstoff unserer Leistungsgesellschaft!

Ausblick

Die extreme Klarheit und Wachheit am Morgen und den Tag über die sich nach ein paar Wochen einstellen sollen kann ich nicht bestätigen. Aber graduell habe ich das erlebt und erlebe jetzt wo ich wieder Kaffee getrunken habe nochmals die Unterschiede, sowohl die vorteilhaften als auch die nachteiligen. Die positiven Erfahrungen während des Entzugs sind ausreichend um eine Veränderung im Umgang mit Koffein und vor allem mit Kaffee anzustreben. Aber ich werde den Kaffee und auch das Koffein nicht komplett aufgeben.

Ich will Koffein- und Kaffeegenuss anstatt -konsum. Das bedeutet: Weiterhin unter der Woche keinen Kaffee gewohnheitsmässig zum Frühstück; stattdessen einen Grüntee zwischen 9:30 und 11:30 Uhr auf der Arbeit. Danach möglichst kein Koffein mehr. Ausserdem sollte eine Woche pro Monat eine Entwöhnung gemacht werden in der ich gar kein Koffein zu mir nehmen will.

Für ein paar Ideen zum richtigen Umgang mit Kaffee, siehe <a href=“http://“Siim Land – Don’t drink coffee until you watch this“>https://youtu.be/PGLkDr_aNoY