Die Vier Himmlischen Verweilzustände

„Die Vier Himmlischen Verweilzustände“ oder „die Vier Unermesslichen“ / „die vier Wohnstätten der Götter“(p. Brahmavihara) sind heilsame Geisteszustände oder Emotionen. Nach Buddhistischer Lehre sind sie immer positiv zu bewerten und aus Ihnen kann nie schlechtes Handeln entspringen. Es gibt Meditationen um diese Zustände zu entwickeln.

  1. Liebende Güte (mettā)
  2. Mitgefühl (karunā)
  3. Mitfreude (muditā)
  4. Gleichmut (upekkhā)

Liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut sind die einzigen Gefühle, die uns nützen und helfen und die wir kultivieren müssen.

Liebende Güte (mettā)

Ferner Feind: Haß, naher Feind: Zuneigung.

Liebende Güte wird auf zwei Wegen geübt: durch Meditation und durch unser Verhalten.

Drei Arten:
1. Wohlwollen und Freundschaft für Menschen um einen herum empfinden.
2. Hilfsbereitschaft aufkommen lassen, Mitmenschen als Teil seiner selbst erkennen.
3. Alle Menschen lieben als wären es die eigenen Kinder.

Wer Frieden im Herzen finden will, sei:
1. Stark, kraftvoll
2. Aufrecht, aufrichtig
3. Gewissenhaft, geradeaus
4. Nicht stolz
5. Jemand mit dem man leicht sprechen kann
6. Sanft und milde
7. Leicht befriedigt
8. Bedürfnislos
9. Genügsam
10. Nicht in zuviel Aktivitäten verwickelt
11. Jemand, dessen Sinne beruhigt sind
12. Klug, von klarem Verstand
13. Nicht dreist, nicht angriffslustig
14. Jemand der die Gier bezähmt
15. Jemand der sein Handeln nach den fünf Tugendregeln ausrichtet

Mettā Meditation

Möge ich frei sein von Feindseligkeit, möge ich keinem Wesen Leid zufügen, möge ich frei sein von Schmerzen in Geist und Körper, möge ich fähig sein, mein eigenes Glück zu behüten. Mögen alle Wesen frei sein von Feindseligkeit, mögen alle Wesen einander kein Leid zufügen, mögen alle Wesen frei sein von Schmerzen in Geist und Körper, mögen alle Wesen fähig sein, ihr eigenes Glück zu behüten.

Mettā-Sutta

Wem klar geworden, dass der Frieden des Geistes das Ziel seines Lebens ist, der bemühe sich um folgende Gesinnung: Er sei stark, aufrecht und gewissenhaft, freundlich, sanft und ohne Stolz. Genügsam sei er, leicht befriedigt, nicht viel geschäftig und bedürfnislos. Die Sinne still, klar der Verstand, nicht dreist, nicht gierig sei sein Verhalten. Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen, wofür ihn Verständige tadeln könnten. Mögen alle Wesen glücklich sein und Frieden finden! Was es auch an lebenden Wesen gibt: ob stark oder schwach, ob groß oder klein, ob sichtbar oder unsichtbar, fern oder nah, ob geworden oder werdend – mögen sie alle glücklich sein! Niemand betrüge oder verachte einen anderen. Aus Ärger oder Übelwollen wünsche man keinem irgendwelches Unglück. Wie eine Mutter mit ihrem Leben ihr einzig Kind beschützt und behütet, so möge man für alle Wesen und die ganze Welt ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken: ohne Hass, ohne Feindschaft, ohne Beschränkung nach oben, nach unten und nach allen Seiten. Im Gehen oder Stehen, im Sitzen oder Liegen entfalte man eifrig diese Gesinnung: dies nennt man Weilen im Heiligen. Wer sich nicht an Ansichten verliert, Tugend und Einsicht gewinnt, dem Sinnengenuss nicht verhaftet ist – für den gibt es keine Geburt mehr.

Mitgefühl (karunā)

Der ferne Feind ist Grausamkeit, der nahe ist Mitleid.

Mitfreude (muditā)

Der ferne Feind ist Neid, der nahe ist Heuchelei.

Gleichmut (upekkhā)

Der ferne Feind ist Unruhe, Sorge, Aufregung. Der nahe Feind ist gleichgültigkeit.

Gleichmut ist die durch Übung erworbene Fähigkeit, auf Gefühle mit Weisheit und Verständnis zu reagieren.

zurück zur Übersicht

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .